Seit spätestens Sonntagabend hat jeder mitbekommen, dass die Nächte wieder länger sind. Nach der Zeitumstellung wird es nun wieder noch früher dunkel. Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die Dunkelheit, die uns zur Einkehr einlädt.

Heutzutage fällt es uns leicht, die ursprünglichen Rhythmen der Natur zu ignorieren. Wir machen das Licht an, lassen den Fernseher laufen und mancherorts werden sogar noch die Heizpilze rausgeholt. Und obwohl wir oftmals so tun, als ob all die Technik uns „stärker“ als die Jahreszeiten mach, so sind unsere Körper und inneren Rhythmen doch viel tiefer mit den Rhythmen der Erde verbunden, als es uns manchmal bewusst ist.

Besonders als Frauen haben wir durch unsere Menstruation einen unmittelbaren Zugang zu unserem persönlichen Zyklus – in alten Zeiten menstruierten die Frauen zum Neumond und ovulierten zum Vollmond hin. Heute wissen viele durch die Einnahme der Pille nicht einmal mehr, wie ihr eigentlicher Rhythmus aussieht.

Was aber wäre, wenn wir uns wieder mit den Rhythmen der Erde verbinden könnten. Was wäre, wenn wir anstatt unsere mentale Agenda durchzudrücken, wir uns in einen natürlichen Rhythmus fallen lassen können, der sich stimmig anfühlt und uns gleichzeitig in unsere Kraft bringt? Was wäre, wenn wir anstatt zu versuchen aus jedem Moment die Produktivität und Effektivität herauszupressen, koste es was wolle, wir uns in die natürlichen Zyklen von Fruchtbarkeit und Innenschau, Kreativität und Umsetzung fallen lassen könnten und damit mehr erreichen, während wir im Flow sind?

Menstruation – Mond – Mutter Erde

Unsere Menstruation steht mit dem Mondzyklus in Verbindung und wir bei den Ureinwohnern Amerikas auch Moon-Time genannt. Dort habe ich auch den Ausdruck „I am in my mooning“ – ich bin in meinem monden – kennengelernt. Daraus leitet sich auch der einzelne Monat ab. Unser Zyklus hat vier Phasen – Menstruation, Follikelphase, Ovulation, Lutealphase. Jede dieser Phasen hat eine bestimmte Energie und Kraft, die sie mit sich bringt. So ist es zum Beispiel sogar wissenschaftlich belegt, dass Frauen an Tagen um den Einsprung herum erfolgreicher in Verhandlungen mit Männern sind, da diese die ausgestoßenen Pheromone wahrnehmen.

Aus den Monaten setzt sich unser Jahr zusammen – ursprünglich aufgeteilt in die 13 Mond-Monate. Die vier Phasen des Jahres kennen wir als Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Man kann sagen, dass Mutter Natur ihren eigenen Zyklus hat. Denn jede Jahreszeit ist quasi ein energetisches Äquivalent zu den Phasen, die wir aus unserem eigenen Zyklus kennen.

Indem wir uns wieder mit diesen Rhythmen verbinden, können wir bewusster dafür werden, wann wir sozusagen dazu eingeladen sind nach vorne zu preschen und an welchen Zeitpunkten es herausfordernder sein könnte. Wir können lernen die Gegebenheiten für uns zu nutzen und damit aus dem Pushen in den Flow kommen. Wir können unseren natürlichen femininen Fluss wieder befreien und unsere feminine Kraft fließen lassen. Ich gucke beispielsweise, dass ich keine Großveranstaltungen habe, wenn ich meine Menstruation habe und lege meine Zeiten für kreative Phasen in meine Follikelphase – die Phase, in der sich das Gewebe aufbaut.

Die Energie der einzelnen Phasen

Menstruation (Neumond) // Winter: Innenschau, Loslassen, Ruhe, Neuausrichtung, tiefe Verbindung zur Intuition und der inneren Weisheit, die „heilige“ Zeit in der Frauen traditionell in Kreisen zusammenkamen, Reinigung, Zugang zu der ureigenen Magie

Follikelphase (zunehmender Mond) // Frühling: Zunahme der Aktivität, Aufbau von Neuem, Kreativität, voller Energie sein, Lust auf Neues, Neugier, Fühler austrecken, sprießen

Ovulation (Vollmond)// Sommer: Eisprung, höchste Fruchtbarkeit, Verlangen nach Verbindung, Lust auf Gemeinschaft, Anziehungskraft, Überzeugungskraft, kraftvolle Kommunikation, überzeugender Ausdruck, Abenteuerlust, Lust auf Mehr

Luteale Phase (abnehmender Mond) // Herbst: Abnehmende Vitalität, Erntezeit erhöhtes Ruhebedürfnis, Rückzug, Fokus auf die kleinen Dinge, systematisches Abarbeiten, Ernte einholen, Vorbereitungen auf den Winter

Wenn wir uns in den femininen Rhythmus fallen lassen, bedeutet das, dass wir unser Jahr eventuell anders planen als bisher. Es ist eine Einladung uns wieder zurückzuverbinden.

Meine Jahresplanung

Ich nutze den Winter um zu schauen, was von der Ernte, die ich eingeholt habe auch im nächsten Jahr noch Früchte tragen soll. Ich schaue auf meine Ziele und Wünsche und passe diese an. Ich verbinde mich tief mit meiner inneren Weisheit und nutze diese Zeit des Rückzugs um Klarheit zu gewinnen. Somit kann ich die Basis für das neue Jahr kommen und dafür sorgen, dass meine Wünsche und Ideen Früchte tragen werden. Unabhängig von all den Weihnachtsmärkten und der vorweihnachtlichen Shoppingmarathons ziehe ich mich gerne zurück und fahre das Tempo runter, um dem was sich zeigen will Raum zu geben.

Der Frühling ist die Zeit in der ich beginne neues Anzustoßen. Es ist die Zeit in der ich spüre, dass ich voller Energie stecke. Ich baue neue Verbindungen auf, implementiere Projektideen oder setze Pläne um. Beispielsweise mit Manifest Miracles, welches ich gemeinsam mit Franziska veranstalte.

Im Sommer ist die Zeit in der ich unterwegs bin, ich bin draußen, treffe neue Menschen und schaffe neue Verbindungen. Ich bin offen für Vorschläge und Idee und die Luft hängt quasi voller toller Dinge, die ich umsetzen könnte. Das ist auch die Zeit, in der Projekte an mich herangetragen werden und sich neue Partnerschaften bilden.

Den Herbst nutze ich dann, um die Ernte einzuholen. Ich analysiere, was funktioniert hat und schaue, welche Ideen aus dem Winter Früchte getragen haben. Ich ordne und sammle und sortiere mich.

Finde deinen Rhythmus wieder

Auf deinen persönlichen Zyklus übertragen kannst du diese Phasen auch immer wieder im Kleinen beobachten. Ich merke, dass ich während meiner Menstruation gerne im Rückzug bin und besonders gut an meine Intuition angebunden bin – passend dazu veranstalte ich dann auch die Neumond-Circle. Ebenso spüre ich, dass ich zum Einsprung hin gerne aktiv und unter Menschen bin – ich lege also meine Lunch-Dates und meine sozialen Aktivitäten eher in diese Phase.

Seitdem ich meinem Rhythmus und dem urfemininen Rhythmus der Mutter Erde folge und mich wahrlich dort hinein fallen lasse spüre ich, wie die Dinge einfacher werden. Ich muss nicht mehr so viel pushen und kann die einzelnen Phasen gezielte nutzen und mit ihnen gehen. So plane ich nicht nur mein Leben, sondern auch Business-Themen. Ich lege meine Circle auf für stimmige Tage oder lege den Start der bevorstehenden Deep Activation auf den Supermond im November.

Ich lade dich ein, auch für dich selbst einfach mal zu schauen, wie gut du mit deinem Rhythmus verbunden bist. Und wenn du Lust hast, kannst du passend zum Start in den neuen Zyklus mit „Dive into the Darkness“ direkt einsteigen und dich noch tiefer verbinden.

Alles Liebe,
KAJA