Das neue Jahr ist nun schon ein paar Wochen alt und bei einigen bröckeln bereits die guten Vorsätze. Oft fällt dann der Satz: „mir fehlt einfach die nötige Disziplin.“ Ich habe das auch lange gedacht. Das durchhalten mit schwerfällt und dass ich einfach nicht ehrgeizig genug bin. Und dann habe ich angefangen disziplinierte Menschen zu beobachten.

DIE VISION HALTEN

Ich habe mir Marathon-Trainierende angeschaut, Menschen die eine Sprache lernen unter die Lupe genommen und vor allem habe ich kleine Kinder betrachtet. Was sie alle gemeinsam hatten war die Tatsache, dass sie ihr Ziel jederzeit klar vor Augen hatten. Den erfolgreichen Zieleinlauf, die Unterhaltung in der Wahlheimat oder endlich laufen zu können.

Es geht keinem von ihnen um den aktuellen Schritt den sie tun, sondern um das Ziel, was am Ende erreicht werden soll. Und dieses haben sie so präsent und konkret vor Augen, dass es dir Herausforderungen, Schmerzen und auch Rückschläge auf dem Weg dorthin absolut ertragbar macht. Denn sie tun es für sich und empfinden es nicht als Strafe oder Verzicht.

Der erste Schritt vor allen anderen ist Selbstliebe. Erinnere dich immer daran, dass du was auch immer du tust für dich tust. Und es keinesfalls eine Bestrafung oder ein Härtetest sein muss.

Checke deine Vision

Welche Vision steckt hinter dem guten Vorsatz? Was ist es, was dich dazu bewogen hat, den Vorsatz auszuwählen? Es wird in dem Moment einfacher Vorsätze einzuhalten, wenn du dir über all die persönlichen Vorzüge klar bist. Erstelle dir ein inneres Bild davon, wie dein Zielzustand aussieht. Wie soll dein Leben Ende 2016 aussehen? Jedes Jahr wollen viele Menschen mit dem Rauchen aufhören und das ist absolut redlich. In diesem Fall sind die Vorzüge besser atmen, bessere Haut, nicht mehr alleine draußen stehen, immer gut riechen, Geld sparen und was dir noch so einfällt. Wie aber genau soll das am Ende des Jahres aussehen? Was ist die Vision, die schlussendlich dahinter steckt. Denn bloß weil etwas „gut“ für uns ist, muss es nicht automatisch eine anziehende Energie für uns haben. Je klarer du deine Vision checkst, desto besser für die Vorsätze.

Passt der Vorsatz?

Vielleicht stellt sich dabei auch heraus, dass der Vorsatz dich nicht wirklich zu deinem Ziel führt oder nicht direkt was mit ihm zu tun hat. Dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, den Vorsatz gehen zu lassen und durch eine zielführendere Aktivität zu ersetzen. Dabei gilt es zwei Dinge zu beachten:

  1. Wichtig ist, dass du dir etwas wählst, was intrinsisch, also aus dir heraus, ist. Und nicht extrinsische, also von anderen gewollt.
  2. Wichtig ist, dass du etwas wählst, was dich begeistert und motiviert. Und zwar nicht nur vom Kopf, sondern auch vom Herz aus.

Wie würdest du deinen Vorsatz umformulieren?

Schritt für Schritt

Ein Grund warum gute Vorsätze manchmal schwer einzuhalten sind ist, dass sie einfach zu groß sind. Check deine Vision und bricht sie herunter. Ein guter Vorsatz kann ein erster Schritt sein. Wenn dieser geschafft ist, kann der nächste folgen. Du hast ein ganzes Jahr Zeit und musst nicht alles schon im Januar erledigen! Leg dir also eine „Schrittfolge“ fest, mit der du dein Endziel erreichen willst.

Manchmal hilft es dabei auch, das Pferd von hinten aufzuzäumen, sprich rückwärts zu planen. Was ist der Schritt direkt bevor du dein Ziel erreichst? Und was ist der Schritt vor dem? So kannst du dir einfach eine zielführende Schrittfolge erstellen. Und dann langsam aber sicher vorwärts gehen.

Geduld ist eine Tugend

So abgedroschen der Satz auch sein mag, er ist doch auch wahr. Es braucht 21 Tage, bis ein neues Verhalten zur Gewohnheit wird. Wenn du dir für jeden Schritt für eine neue Gewohnheit mindestens so viel Zeit lässt hast du gute Chancen, dass dir diese ins Blut übergeht. Ich plane gerne einen Puffer ein und verdoppele auf 6 Wochen, bevor ich den nächsten Schritt tue.

ENTFALTEN ANSTATT DURCHHALTEN

Dann ist es auch ok, falls ich manchmal nicht direkt neues durchhalte und etwas länger brauche. So kann ich zunächst früher aufstehen, dann regelmäßig Yoga machen, danach meine Ernährung umstellen und am Ende ebenfalls mein Ziel erreichen. Anstatt alles auf einmal anzugehen und am Ende frustriert zu sein. Denn ich möchte mit mir selbst liebevoll umgehen, anstatt mich am Ende als Versager zu fühlen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Umsetzen der neuen Gewohnheiten. Welche wird deine erste sein?

Alles Liebe,

KAJA