Herzlich willkommen im Februar, dem Monat der Rückkehr des Lichts und der Reinigung. Schon die Römer gaben dem Februar nicht umsonst seinen Namen – februare bedeutet reinigen in Latein.

Das Feuer entfachen

Mit dem Neumond am 27.01. und dem lunaren Imbolc wurde traditionell die sichtbare Rückkehr des Lichts gefeiert. Ab jetzt wird es auch morgens wieder merkbar heller. Für die Menschen früher war dies ein wichtiger Moment im Jahreskreis, denn es bedeutete, dass der Winter bald zu Ende gehen würde.  Die Feierlichkeiten waren ursprünglich Brigid, der Feuergöttin geweiht. Ihr Name bedeutete „die Erhabenen“ und ihre Mythologie ließ sie die dreifachen Feuer von Schmiedekunst (physisches Feuer), Heilung (das Feuer des Lebens innen) und Dichtung (das Feuer des Geistes) entfachen.

Der Name Imbolc hat seinen Ursprung in dem Wort „imbolg“, was soviel wie „im Bauch“ bedeutet – ein Hinweis auf die schwangeren Schafe. Die Kirche legte später Lichtmess auf diesen Tag – das Fest an dem Maria 40 Tage nach der Geburt ihres Sohnes wieder „Rein“ war. der wahre Hintergrund ist aber die jetzt spürbare Rückkehr des Lichts und der Lebensenergie mit all ihrer Kraft. Es ist der Beginn des neuen Jahres, der sichtbare Neuanfang.

Der Mond der Veränderung

Das passt auch wunderbar zu dem Thema dieses Mondes: Veränderung. Denn wenn wir unser Feuer entfachen entsteht auch immer Veränderung. Das Feuer verbrennt das Alte und schafft einen fruchtbaren Boden für das Neue. Vielleicht spürst du, dass etwas Neues in dir schlummert und du hast das Gefühl, du willst es in die Welt bringen. Es fühlt sich an wie ein Samen kurz bevor der Keimling durchbricht oder als ob du in den letzten Zügen einer Schwangerschaft wärst. Im Einklange mit den alten Rhythmen ist es bald soweit. Was wir erkennen dürfen ist, dass nicht wir diejenigen sind, die das Tempo bestimmen. Nicht der Verstand entscheidet über den richtigen Zeitpunkt, sondern das Herz, das Leben, dein ureigener Rhythmus. Ich habe diesen Monat auch den Drang verspürt nach vorne zu preschen. Nachdem die Zeit der Innenschau des Winters sich dem Ende zuneigt, habe ich in mir diesen Drang gespürt. Doch sobald ich ins pushen gehen wollte, hat mich das Leben eines Besseren belehrt und ich habe einen Virus diagnostiziert bekommen. Kein Stress, keine körperliche Anstrengung und Ruhe sind die Auflagen meines Arztes, der mich als Selbständige ja nicht krankschreiben kann. Im ersten Moment war ich voller Frust und Trauer, denn es sollte doch losgehen! Und wie ich mich beobachtete, musste ich über mich selbst schmunzeln. Denn ich bin mitten in die Falle meines Mindfucks geraten und hatte es nicht gemerkt. Anstatt zu schauen, wie ich diese Situation für mich nutzen kann, wollte ich gegen sie kämpfen – und das führt bekanntlich nirgendwo hin. Denn:

Das wogegen wir kämpfen dem geben wir Energie.

Und so habe ich tief Luft geholt und mich der Weisheit meines Körpers hingegeben. Ich habe mich fallen lassen und auf einmal gespürt, wie erschöpft ich eigentlich bin. Ich habe mir erlaubt, die Gedanken kreisen zu lassen und gemerkt, dass einige Idee noch reifen dürfen. Ich habe losgelassen und auf einmal kamen neue Inspirationen zu mir. Das war der Moment, wo ich mich dazu entschloss all das Alte gehen zu lassen.

Platz für das Neue machen

Es ist wie bei der Raupe, die zum Schmetterling wird. Damit dies geschieht, muss die Raupe sie auflösen und zwar komplett. In dem Moment, wo sie beginnt sich einzuspinnen, ist sie bereit alles gehen zu lassen. Und so begibt sie sich in den Kokon und löst sich im wahrsten Sinne des Wortes auf, bevor sie zum Schmetterling wird, denn die DNA einer Raupe und eines Schmetterlings haben nicht miteinander gemein. Und so steht die erste Zeit dieses Mondes vom 27.01. bis zum 26.02. ganz im Zeichen des Wandels. Wenn eine Raupe zum Schmetterling wird, kann sie nie wieder Raupe werden. Wenn ein Samen zum Keimling wird, kann er nicht mehr zurück in seine Hülle. Wenn eine Frau Mutter wird, geht sie den Schritt in einen neuen Abschnitt. All dies bedeutet auch immer etwas zurück zu lassen, um Platz für das Neue zu schaffen. Und so lädt dich dieser Mond ein die folgenden drei Dinge zu tun:

Ordnung

Auf der physischen Ebene loszulassen hilft oft auch den inneren Prozess in Gang zu bringen. Aufräumen und ausmisten kann sehr heilsam sein. Du kannst alte Bücher verschenken oder im Bus liegen lassen, die Klamotten, die du letztes Jahr nicht getragen hast bei einem Kleidertausch mit Freundinnen im Umlauf bringen und unnötiges Zeugs in die Flohmarktkiste packen. Ebenso kannst du deinen Körper als Raum in Ordnung bringen – detoxen & Solebäder zum loslassen und Vitamine und Smoothies zur Stärkung. Bereite ihn liebevoll auf das Frühjahr vor.

Orientierung

Mehr Platz im Außen schafft auch Platz im Innen. Und diesen Platz kannst du für einen Richtungswechsel nutzen. Anstatt dich an „Ja, aber“ oder „nicht möglich“ zu orientieren kannst du dich „was wäre“ und „ich öffne mich für…“ als Wegweiser benutzen. Dazu hilft es zu schauen an welchen Glaubenssätzen du festhältst, wo deine Erde sozusagen eine Scheibe ist. Welche Sorgen, Aber, Unmöglich trägst du mit dir rum? Schreib sie auf, mach sie sichtbar, hinterfrage und lasse sie gehen. Ich mache das immer gerne mit Freundinnen, die mir helfen, meinen Mindfuck aufzuspüren.

Öffnung

Sich für das Neue zu öffnen erfordert von uns die Kontrolle gehen zu lassen. Es erfordert uns auf das Was einzustimmen und das Wie entstehen zu lassen. Durch das Wie beschränken wir uns. Wenn du an deine Pläne für das Jahr denkst, wo bist du schon absolut im Wie bevor du das Was benannt hast? Lege den Fokus wieder auf das was und öffne dich für all die Möglichkeiten die dir einfallen. Gönne dir ein „wenn alles möglich ist“-Brainstorming und öffne dein Herz für unendliche Möglichkeiten.

Reinigung vor Erotik

Mitte Februar, passend zum Vollmond geht der Fokus dann mehr auf das Thema Beziehungen, Erotik und die sinnliche Liebe, zu erkennen am Valentinstag, dessen Ursprung viel sinnlicher ist als viele meinen. Gefolgt von Fasching, welches seinen Ursprung im letzten Festschmaus hatte, bevor es dann in die sogenannte Fastenzeit ging. Doch zunächst dürfen wir uns um uns selbst und unseren inneren und äußeren Raum kümmern. Bis es soweit ist und die Hülle platzt dauert es noch einen Moment. Und so können wir die Zeit nutzen, das Feuer entfachen, Platz schaffen und neue Möglichkeiten einladen. Perfekt also, um dieses Wochenende etwas auszumisten und sich danach im Spa verwöhnen zu lassen. In Sisterhood,