Juno war die Königin der römischen Götter und Teil der Triade mit Minerva und Jupiter. Sie ist die Verkörperung der absoluten Weiblichkeit in all ihren Aspekten.

Verkörperung der Lebenskraft

Juno ist die Gattin und Schwester des Gottes Jupiter. Zu Beginn erschien sie als Verkörperung der jugendlichen Lebenskraft (altlateinisch heißt ihr Name übersetzt auch die Junge, die Vitale).

Demnach ist der nach ihr benannte Monat Juni auch der lebhafteste, kraftvollste der Monate. Die Göttin Juno zeigt sich hier von ihrer eindeutigsten Seite – sie ist nicht mehr das frühlingshafte Mädchen sondern die junge, starke, erwachte Frau, die ihr ganzes fruchtbares Sommerleben noch vor sich hat.

Empfängnis durch die Blume

Der Großteil der Mythologie von Juno ging verloren. Sicher ist, dass sie geschwängert von einer Blume den Gott Mars zur Welt brachte. Eine andere Darstellung berichtet, dass sie mit ihrer „heiligen Lilie“ den Gott Mars empfing.

Die dreiblättrige Lilie ( das universelle Yoni-Zeichen) gilt daher als Symbol der parthenogenetischen Kraft und wurde für die christliche Jungfrau Maria übernommen. Auch diese soll den „Göttlichen Samen“ durch eine Lilie gefiltert empfangen und daraufhin ihren Sohn Jesus geboren haben. Juno war somit auch die Göttin, die bei Geburten angerufen wurde.

Als Juno Martialis ist sie auch Kriegsgöttin, denn sie ist die Mutter des Mars (dem Kriegsgott). Sie repräsentiert vor allem den Kampfgeist einer Mutter, die ihr Kind verteidigt, was nach damaligen Idealen der Ausdruck von Tapferkeit schlechthin war.

Inbegriff der Weiblichkeit

Juno ist als Inbegriff der Weiblichkeit die Beschützerin der Frauen von Geburt bis zum Tod. Sie bestimmte auch die Fortpflanzung und die verschiedenen Lebensphasen der Frauen. Ihre verschiedenen Aspekte kümmerten sich um verschiedene Bereiche: so wacht sie als Juno Populonia über die Empfängnis, kontrolliert als Juno Sospita die Geburtswehen, und unterstütz als Juno Lucina die Frauen bei der Geburt und bringt die Kinder an das Licht der Welt. Sie gilt auch als Göttin der (vor allem matrilinearen) Erbschaften, sorgt für die Rechte der Frauen und schenkt ihnen Wohlstand und als Juno Moneta auch Geld in barer Münze.

Als Königin der Götter ist Juno auch die Göttin der Eingänge, Durchgänge und Pforten. Personifiziert wurde sie mit zwei Gesichtern dargestellt – und damit zwei Blickrichtungen. Nach Außen auf Geburt und Neubeginn und nach Innen auf den Tod und das Ende.

Juno ist die Göttin der Sommersonnenwende, die ja im Juni stattfindet. An diesem Wendepunkt im Jahr schaut sie zurück auf all das, was ausgesät wurde, gewachsen ist und geblüht hat und nach vorne auf das, was zur Reife gelangt und damit schließlich auch wieder sterben muss.

Seele der Frauen

Als Königin der Götter begleitet Juno alle Frauen durchs Leben und jede verkörpert einen Teil des Wesens dieser Göttin. Jede römische Frau trug ihre eigene Juno in sich: eine lebensgebende Macht, die sie leitet und schützt. So wie jeder römische Mann seinen Genius in sich trug.

Der patriarchale Sprachgebrauch ließ das Wort Juno verschwinden, den Genius kennen wir weiterhin. Folglich wurden die Frauen ihrer Seele beraubt. Und dem Bewusstsein darüber wer sie sind. Dies könnte erklären, warum Kirchenkonzile im Mittelalter Frauen als seelenlos bezeichneten.

Juno erinnert alle Frauen daran, dass jede einzelne eine Juno in sich trägt,  Frauen quasi von Juno „beseelt“ sind. Daher braucht frau auch eigentlich keine umständlichen Rituale zum Anrufen der Göttin, denn sie ist im ja schon Kern jeder Frau enthalten und ihre Impulse müssen „einfach“ nur gelebt werden.

Wie du die Energie von Juno nutzen kannst

Die Pflanze, die Juno verkörpert ist die Feige, ihr heiliges Tier der Pfau. Die vielen Augen auf seinen Federn sind Symbol für die vielen geöffneten Augen der Göttin mit denen sie über die Frauen wacht.

Du kannst Juno für alle Belange im Bezug auf Weiblichkeit anrufen.

Suche dir dazu einen ruhigen Ort und verbinde dich mit ihr. Symbolisch kannst du dazu auch eine Pfauenfeder nehmen. Zünde eine Kerze an, die das Lebens-schaffende symbolisiert. Stell dir Juno vor und trage ihr dein Anliegen vor. Nimm dir Zeit und versuche in einen Dialog zu gehen. Und lausche den Antworten, so leise oder unwahrscheinlich sie auch sein mögen. Lass dich überraschen. Schreibe dir danach auf, was dir gekommen ist. Wenn du magst kannst du nach den Lesen des geschriebenen noch einmal in eine Meditation, eine Schau nach Innen gehen. Bleib auch hier offen. Am Ende bedanke dich und hinterlasse einige Feigen oder Früchte als Dankeschön.

Wenn du deine Juno erwecken möchtest kann ich dir die Inner Wisdom Meditation ans Herz legen. Dort lernst du deine Juno kennen, verbindest dich mit ihr und bekommst eine Verbindung, die nicht mehr verschwinden kann. Und somit deine eigene Göttlichkeit zum Leuchten bringt.