Im März ist es soweit – mit der Tagundnachtgleiche übernimmt das Licht wieder die Herrschaft über die Erde. Es ist der Moment, an dem das „frühe Jahr“ offiziell beginnt. Der März ist traditionellerweise der Monat, in dem die Bauern auf die Felder gehen und diese bestellen. Es ist die Zeit in der die Natur sichtbar erwacht, die Tiere in voller Brunft sind und die Sonne merklich wärmer wird. Zur Tagundnachtgleiche ist es dann offiziell – ab jetzt werden sind die Tage länger als die Nächte – das Licht hat die Herrschaft übernommen.

Einweihung und Initiation

Damals haben die Bauern zu diesem Zeitpunkt die Felder für die neue Aussaat vorbereitet und dazu die Felder geweiht. In diesem Segnungsritual schreitet der Bauer die Felder ab, und steckt an jeder Ecke des Feldes heilige Kräuter, die Äste einer Weide und mancherorts auch eine Kerze in den Boden. Während des Rituals bittet er um eine reichhaltige Ernte und um Schutz für die Felder. Noch heute gibt es Orte an denen die Feldweihe zelebriert wird.

Die Frühlingstagundnachtgleiche ist somit auch immer ein Fest der Initiation. Es ist der Neubeginn des „aktiven“ Jahres – der Übergang von Dunkel ins Licht. Und so können wir auch diesen Wendepunkt nutzen. Es ist wie der Moment zwischen zwei Atemzügen und mit diesem Atemzug können wir unseren nächsten Schritt setzen. So wie der Bauer die Samen in die Erde bringt, die Vögel ihre Nester bauen, die Tiere sich paaren, die Bärenmutter mit ihren Jungen die Höhle verlässt. Das, was im Winter im Dunklen gewachsen ist, darf sich jetzt zeigen.

Von Vision zu Wahrheit

Jetzt ist es an der Zeit, die Visionen, die wir zu Beginn des Jahres hatten und die Einsichten die uns zu Lichtmess beschert wurden, umzusetzen und in die Welt zu bringen. Es ist an der Zeit die Samen auch in der Außenwelt zu säen, damit sie aufgehen, wachsen und Früchte tragen können. Unsere Intentionen dürfen Keimen und Wachsen und sichtbar werden. Denn so wie die Pflanzen sichtbar werden, dürfen auch wir sichtbar werden. Es ist an der Zeit zu zeigen, wer du bist. Die vorangehende Energie im Märzmond unterstützt uns dabei all den Mut zusammen zu nehmen und unsere Schritte zu gehen.

Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen.

Anaïs Nin

Der Moment der Tagundnachtgleiche ist der Moment von absoluter Balance zwischen Tag und Nacht. Und wir können ihn auch für uns persönlich zum Innehalten nutzen und schauen: Wann bin ich im Gleichgewicht? Wo brauche ich noch Ausgleich? Was wiegt zu schwer?

Und mit der Klarheit darüber, wo sich noch mehr Balance zeigen darf oder wo noch mehr Gewicht drauf gelegt werden darf können wir dann ganz bewusst den ersten Schritt ins Licht gehen. Du bringst das, was du in der Dunkelheit des Winters und der Nacht an Ideen und Visionen gefunden hast, ans Licht. Die Samen, die gesetzt sind können nun mit der Kraft der Sonne durch die Erde brechen und wachsen. Und auch du selbst darfst jetzt aufs Neue erblühen. Du bist jetzt bereit, dich auch im Außen zu zeigen, dich gleich einer Blüte zu öffnen und in deiner Schönheit zu entfalten.

“Eine Blume denkt nicht an einen Wettkampf mit der Blume neben ihr. Sie erblüht einfach.”

Zen Shin

Traditionell wurde zu dieser Zeit den Frühlingsgöttinnen gehuldigt. Eine, deren Fest unweigerlich mit der Tagundnachtgleiche verbunden ist, ist Ostara. Ostaras Monat ist der April, die Feierlichkeiten ihr zu Ehren finden entweder zur Tagundnachtgleiche am 21. März statt oder beim ersten Frühlingsvollmond. Den hat sich auch die Kirche ausgesucht für die Festlichkeiten zu Ostern.

Und nicht nur in Europa markiert die Tagundnachtgleiche einen besonderen Tag. Im Iran und in Kurdistan findet zu diesem Zeitpunkt Nouruz statt – das Neujahrsfest. Bis heute hat es seinen Charakter als Übergangsritual erhalten – so werden neue Kleider angezogen und als Zeichen für das zurückkehrende Licht Feuer angezündet, über die gesprungen wird und um die herum vor allem die Jungen tanzen und singen. Was auch zu der Energie passt, die wir mit dem März verbinden – die männliche Marsenergie, die sich durch ihre Vorwärtskraft zeigt, durch den Willen hinauszuwollen.

Manifestieren im März

So kannst du also die Zeit um die Tagundnachtgleiche dafür nutzen konkret zu werden und deinen Intentionen Taten folgen zu lassen. Der März bringt die Energie von Manifestation mit sich – es ist die Zeit Dinge sichtbar werden zu lassen. Du kannst dein Feld weihen – und es dann bestellen und die Samen sääen. Du kannst dein Gleichgewicht finden. Und vor allem darfst du dir erlauben zu erblühen – in deiner vollen Pracht. Denn eine Blume fragt sich auch nicht, ob sie es darf, ob sie jemandem anderes die Show stiehlt, ob es jemandem nicht passen könnte – sie tut es einfach. In ihrer vollen Pracht und Schönheit.

Die Aufgabe der Knospe ist es die Blüte zu schützen, bis sie soweit ist, dann öffnet sie sich und gibt sie frei. Der Kokon ist nur eine temporäre Behausung für den Schmetterling. Der Samen nur die Hülle für den Keimling. Es gibt das Sprichtwort:

They tried to bury us, But they forgot we were the seeds.

Jetzt ist es an der Zeit zu erwachen, zu erwachsen und zu erblühen. Passend dazu gibt es den kostenfreien Workshop Balance, Bauchgefühl & Bakschisch.

In Sisterhood,

 

Die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche findet statt: 20.03.2017 um 11:29 Uhr / 20.03.2018 um 17:15 Uhr / 20.03.2019 um 22:58 Uhr / 20.03.2020 um 04:50 Uhr

 

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